Ziel: Die vorletzte Klassenerhalts-Chance nutzen

MTV reist zum Oberliga-Abschluss nach Rehden – und liefert sich ein Fernduell mit Eintrachts U23
Artikel vom 16. Mai 2026
Der Vorbericht wird präsentiert von:
Von Daniel Strauß
Eine Partie steht für unsere Fußballer vom MTV Wolfenbüttel vor der Sommerpause noch auf dem Programm – und es geht um nichts weniger als die Rettung der gesamten Saison: Am 30. und abschließenden Oberliga-Spieltag treten die Meesche-Kicker morgen um 15 Uhr auswärts beim BSV Rehden an – und wollen ihre vorletzte Chance beim Kampf um den Klassenerhalt unbedingt nutzen.
Rückblick: Die Enttäuschung am vergangenen Samstag war groß. Statt mit einem Sieg gegen Eintracht Braunschweigs U23 den Ligaverbleib zu feiern oder sich durch ein Remis eine günstige Ausgangslage für das Saisonfinale zu sichern, unterlagen unsere Jungs deutlich mit 2:5 (0:4), wodurch die Eintracht-Reserve punktemäßig mit der Elf von Trainer Deniz Dogan gleichzog (35).
Aufgrund des nun besseren Torverhältnisses (-5 zu -9) verließen die Blau-Gelben die Rote Zone und verdrängten unsere MTVer dadurch auf einen Abstiegsplatz. Bedeutet auch: Hätten unsere Dunkelblauen nur mit einem Gegentor verloren, würden sie aufgrund des dann identischen Torverhältnisses (-7), aber der Mehrzahl an geschossenen Treffern, in der Tabelle weiterhin vor der Eintracht, und damit auf einem Nichtabstiegsplatz liegen.
Anders als üblich setzte unser Coach vor dem Dienstagstraining keine Videositzung in der Kabine an, um die zurückliegende Niederlage aufzuarbeiten, „weil es den Jungs zu sehr wehgetan hätte“, die spielentscheidenden Situationen noch einmal zu sehen. Aufgrund einer ganz schwachen Phase Mitte der ersten Halbzeit hatten die Wolfenbütteler gleich vier Gegentore in nur 13 Minuten kassiert, wodurch die Begegnung bereits entschieden war.
Für Dogan eine Frage des „fehlenden Mutes und der fehlenden Intensität. Die Jungs haben zu wenig Einsatz gezeigt, hatten nicht die richtige Einstellung und das richtige Mindset. Außerdem haben wir uns zu viele individuelle Fehler erlaubt“, wie der Ex-Profi bemängelt.
Obwohl sein Team nicht „mit den besten Voraussetzungen“ nach Rehden fährt, da die Eintracht-Reserve zeitgleich den Vorletzten Lupo Martini Wolfsburg zu Gast hat und der FC Verden 04 ohnehin praktisch uneinholbar ist, fordert der 46-Jährige von seinen Mannen, „klar zu bleiben, offensiv mutig zu sein und auf Sieg zu spielen, um unsere Hausaufgaben zu machen“.
Ein Vorteil könnte laut Dogan allerdings sein, „dass wir anders als vor dem Eintracht-Spiel nichts mehr zu verlieren haben“ – auch wenn die Aufgabe bei den Schwarz-Weißen enorm schwierig sind. „Sie verfügen über den höchsten Etat in der Liga, haben super Individualisten und das Potenzial für mehr als Platz 9“, sagt der MTV-Trainer über die physisch robusten und Regionalliga-erfahrenen BSVer um Top-Torjäger Noah Wallenßus (17 Treffer).
Dennoch fand sich die Truppe aus dem Landkreis Diepholz nach einer sechs Spiele währenden Niederlagenserie Mitte April im Abstiegskampf wieder. Trainer Kristian Arambasic musste daraufhin gehen, unter seinem Nachfolger Majid Cirousse holte Rehden dann aber ganz starke 13 Zähler aus den folgenden fünf Partien, und muss sich um den Klassenerhalt längst keine Sorgen mehr machen – anders als unsere MTVer.
Bitter wäre der Abstieg nicht nur für die Erste Herren, sondern auch für unsere „Zweite“, die morgen mit einem Heimsieg gegen den VfL Salder (13 Uhr) zwar die Meisterschaft in der Bezirksliga-Staffel 3, aber eben nicht den Aufstieg feiern dürfte. „Wir haben noch zwei Optionen, um die Klasse zu halten“, sagt Dogan. „Sollte es leider nicht klappen, werden wir in der kommenden Saison neu angreifen.“
Mit den zwei Optionen meint unser Trainer einerseits die sportliche Entscheidung auf dem Platz, andererseits aber auch die Aufstiegsrelegation nach Saisonende.
Denn: Sollte sich der Vizemeister der Oberliga Niedersachsen (1. FC Germania Egestorf/Langreder/Heeslinger SC) in der Vierergruppe mit dem Blumenthaler SV (Meister der Bremen-Liga), dem ETSV Hamburg (Meister der Oberliga Hamburg) und dem SV Todesfelde (Meister der Flens-Oberliga) Platz 1 oder 2 sichern und damit in die Regionalliga aufsteigen, wäre der Klassenerhalt der Lessingstädter perfekt.
Grund: Da es mit Blau-Weiß Lohne nämlich nur einen Regionalliga-Absteiger, mit Meister SV Atlas Delmenhorst und eben Egestorf oder Heeslingen aber zwei Aufsteiger gäbe, wäre die vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV) vorgeschriebene Sollstärke von 16 Oberliga-Mannschaften unterschritten. Entsprechend würde sich die Zahl der Absteiger von vier auf drei reduzieren, weshalb sich unser MTV als Tabellen-13. über das letzte verfügbare Oberliga-Ticket freuen dürfte.
Personal: Im Vergleich zum Eintracht-Spiel wird Dogan seine Startelf umbauen müssen. Torwart Eike Binder, der zur Halbzeitpause verletzungsbedingt ausgewechselt wurde, hat sich wahrscheinlich einen Muskelfaserriss zugezogen und wird definitiv nicht dabei sein, genau wie Niklas Richter (10. Gelbe Karte) und Ben Böder (Urlaub).
Zudem fehlt Maximilian Moslener ein zweites und letztes Mal aufgrund seiner Rotsperre, während Torhüter Direnc Güven, Steffen Suckel, Yannick Könnecker, Konrad Vollbrecht (alle verletzt), Noah Mook (krank) und Ludwig Vollbrecht (Trainingsrückstand) ebenfalls den Saisonabschluss verpassen werden. Als zweiter Keeper rückt derweil Mika Twardoch (A-Jugend) ins Aufgebot.
Titelbild: Trainer Deniz Dogan (Mitte, schwarze Jacke, hier beim Abschlusstraining am Freitag) fordert von seinen Jungs, „klar zu bleiben, offensiv mutig zu sein und auf Sieg zu spielen“. Fotos: Daniel Strauß/MTV Wolfenbüttel




