Zum Hauptinhalt springen

Auf dominante erste Hälfte folgt die Zitterpartie

Sonntag, 20. September 2026 · 15:00 UhrLandesliga Braunschweig, 7. Spieltag
90

MTVer triumphieren mit 2:1 beim Tabellendritten Kästorf – und müssen dabei Schwerstarbeit verrichten

Spielbericht vom 21. September 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Von Daniel Strauß

    Sie haben ihre Super-Serie weiter ausgebaut! Durch den 2:1 (1:0)-Sieg im Topspiel beim Tabellendritten SSV Kästorf gewannen unsere Fußballer vom MTV Wolfenbüttel auch das siebte Saisonspiel in der Landesliga. Allerdings mussten die Meesche-Kicker nach starker erster Hälfte am Ende gehörig um den dreifachen Punktgewinn bangen.

    In der Anfangsviertelstunde bot sich beiden Kontrahenten je eine Riesen-Gelegenheit auf den Führungstreffer. Erst schaffte es Carlos Christel nicht, nach einer schnellen Kombination und Vorlage von Maximilian Moslener die Kugel am glänzend reagierenden SSV-Torwart Tobias Bremer vorbeizuspitzeln (7.). Dann war Leander Petry nach einem langen Ball seines Stürmerkollegen Jannes Drangmeister frei durch, MTV-Keeper Direnc Güven verhinderte aber mit einem klasse Reflex den Rückstand (15.).

    Ansonsten waren es die Lessingstädter, die das Duell im Diakonie-Stadion von Beginn an mit viel Kurzpassspiel durchs Zentrum dominierten und das Spiel speziell in Person von Kapitän Felix Lange immer wieder schön auf die Außenbahnen verlagerten. Durch eine solche Seitenverlagerung entstand auch das 1:0, als der für Fabian Henke (arbeitsbedingt verhindert) startende Ben Böder auf rechts einen Eckball herausholte. Der landete über Umwege im Rückraum bei Phil Brand, der das Leder nach links zu Lasse Homann weiterleitete. An dessen Rechtsschuss war Bremer noch dran, konnte den Einschlag im langen Eck aber nicht verhindern (21.).

    In der Folge tat sich MTV-Innenverteidiger Blerian Halimi mit einigen klärenden Aktionen hervor – vor allem in Minute 38, als der Mann mit der Rückennummer 3 mit einem ganz langen Bein verhinderte, dass der Steckpass zum einschussbereiten Petry durchrutschte.

    Doch die Elf von Trainer Deniz Dogan verteidigte nicht nur hinten konsequent, sondern sie verdoppelte die Führung auch kurz vor dem Seitenwechsel: Moslener leitete ein Zuspiel wunderbar direkt in den Lauf von Christel weiter, der frei vor dem SSV-Gehäuse sogar noch auf Oliwier Bosacki hätte querlegen können. Letztlich traf der Rechtsaußen aber trocken ins lange Eck und setzte zum Jubelsprung an (44.).

    Mit Wiederanpfiff machten die Wolfenbütteler genau da weiter, wo sie zur Pause aufgehört hatten – und hätten durch Bosacki den dritten Treffer nachlegen können. Der Angreifer schlenzte aber erst zu unplatziert auf Bremer (46.), setzte seinen Kopfball-Aufsetzer dann deutlich vorbei (47.), ehe er freistehend rechts im Sechzehner hoch am kurzen Pfosten vorbeischoss (63.).

    Auch das Team von Ex-Profi Michele Rizzi zeigte sich in der Offensive: Das vermeintliche 1:2 durch Marvin Oktay – neben Yannick Könnecker und Aleksandar Jovanovic einer von drei Ex-MTVern in der Startelf – zählte wegen einer Abseitsstellung nicht (50.), während Drangmeister im Zweikampf mit Lange zu Boden ging und sich lautstark aufregte, dass es keinen Elfmeter gab (60.). Drei Zeigerumdrehungen später gelang dem Torjäger der Rot-Weißen dann aber sein 10. Saisontreffer – vorausgegangen war ein langer Ball auf Petry, der der Goalgetter per Querpass bedient hatte.

    Danach kippte die Begegnung zusehends, weil sich die Gäste zu viele Fehlpässe erlaubten, die Hausherren – angetrieben von ihren Fans – nun höher pressten und immer wieder schnell in die Tiefe spielten. Nach Schlenzer von Marley Oktay aufs lange Eck hatte der heimische Anhang den Torschrei schon auf den Lippen, Güven drehte die Kugel mithilfe der Fingerspitzen aber bärenstark um den langen Pfosten (70.). Brandgefährlich wurde es auch bei Drangmeisters Versuch, der einen zweiten Ball mit links hauchzart am langen Tordreieck vorbeiballerte (85.).

    In der fünften Minute der Nachspielzeit hätte der eingewechselte Maximilian Fricke der Zitterpartie dann ein Ende bereiten können. Kästorfs Schlussmann war nämlich aus seinem Kasten geeilt, der junge Stürmer verpasste es aber, das Spielgerät im leeren Gehäuse unterzubringen. Der Schlusspfiff wenige Sekunden später sorgte dann für Riesenjubel aufseiten des MTV.

    Tore: 0:1 Homann (21.), 0:2 Christel (44.), 1:2 Drangmeister (63.).

    MTV: Güven – Böder (46. Abou Raya/90.+1 Burkutean), Lange, Halimi, Brand – Linek – Bock (46. Otto), Homann – Christel, Bosacki (78. Fricke), Moslener (72. Klöppelt).

    Trainerstimme Deniz Dogan: „Beide Tore haben wir super herausgespielt. Ich fand nicht nur die erste Halbzeit stark, sondern auch die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit, da hatten wir gute Möglichkeiten. Dann hatten wir auf einmal viele Ballverluste nacheinander, wodurch der Gegner stärker wurde. Die Kästorfer waren gefährlich mit langen Bällen und haben die Mitte komplett zugemacht. Wir haben es dann nicht verstanden, geduldiger zu sein und das Kurzpassspiel vor dem Sechzehner aufzuziehen, dafür hätten aber unsere Sechser nachrücken müssen. Stattdessen waren wir in der Mitte oft in klarer Unterzahl. Wenn der Gegner tief steht, dann musst du ihn auch attackieren oder hinter die Kette kommen, damit es weh tut. Wenn das nicht funktioniert: Chip die Bälle vorne rein, um den Gegner nach hinten zu drängen. Oft hat es auch zu lange gedauert, und über Außen kam der Ball oft zu kurz. So hatten wir viel Spielkontrolle, haben aber immer wieder den Ball verloren, der Gegner hat umgeschaltet – und irgendwann kippt das Spiel. Beim Gegentor war mein erster Eindruck, dass der Ball lange unterwegs war und unser Torwart hätte rauskommen können. Ich habe die Szene aber im Video gesehen und muss sagen, dass Diro da gar nichts machen kann. Am Ende haben wir verdient gewonnen, aber es war ein hartes Stück Arbeit. Der Gegner hat natürlich auch Qualität – vor allem in der Offensive –, hatte einen Plan gegen uns und hat das gut gemacht.“

    Titelbild: Die Wolfenbütteler um André Linek (in Blau, von links) und Maximilian Fricke hatten mit Kästorf (in Rot-Weiß, von links Niklas Meyer, Aleksandar Jovanovic, Lion Krizak und Marvin Oktay) alle Hände voll zu tun. Alle Fotos: Daniel Strauß/MTV Wolfenbüttel