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Meesche-Kicker mit bitterem letzten Heimauftritt

Samstag, 9. Mai 2026 · 17:00 UhrOberliga Niedersachsen, 29. Spieltag

Schiedsrichter: Alexander RosenhagenLinienrichter: Tom Lange, Justus Husemann

Zuschauer: 769

90

Wie im Hinspiel unterliegt die Dogan-Elf Eintrachts U23 mit 2:5 und rutscht in die Abstiegszone

Spielbericht vom 10. Mai 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Von Daniel Strauß

    Die Mehrheit der 769 Zuschauerinnen und Zuschauer hatte auf ein Fußballfest gehofft, letztlich wurde der letzte Heimauftritt unseres MTV Wolfenbüttel in der laufenden Oberliga-Saison aber zu einer herben Enttäuschung: Wie schon im Hinspiel unterlagen die Meesche-Kicker Eintracht Braunschweigs U23 deutlich mit 2:5 (0:4) – und sind damit vor dem letzten Spieltag auf einen Abstiegsplatz gerutscht, während die Eintracht-Reserve genau diesen verlassen hat.

    Im Vergleich zum 2:1-Erfolg beim Tabellenzweiten Heeslinger SC hatte MTV-Trainer Deniz Dogan seine Anfangsformation auf zwei Positionen verändert. Anstelle von André Linek (Bank) und des Rot-gesperrten Maximilian Moslener feierten Kapitän Nils Göwecke und Ben Böder ihre Startelf-Comebacks nach Verletzungspausen.

    Die erste gefährliche Aktion der Partie gehörte den ganz in Dunkelblau gekleideten Lessingstädtern: Im Anschluss an eine Ecke kam Jonas Klöppelt am langen Pfosten zum Abschluss, der aber zur Ecke geblockt wurde (6.). Ansonsten hatten die Blau-Gelben, bei denen Louis Breunig aus dem Zweitligakader als Abwehrchef auflief, in der Anfangsphase mehr Ballbesitz, wirklich zwingend wurde es aber auf beiden Seiten nicht – bis zur 22. Minute, als Matteo Mazzone auf der linken Außenbahn Maß nahm. Der Ball wurde lang und länger, MTV-Torwart Eike Binder war an der Kugel zwar noch dran, konnte den Einschlag im langen Eck aber nicht verhindern.

    Was folgte, waren bittere Minuten für die Dogan-Elf. Nach einem langen Schlag auf die linke Seite setzte sich Torschütze Mazzone gegen Fabian Henke durch und überlupfte Binder – das 2:0 (25.). Und wieder nur vier Zeigerumdrehungen später war es erneut der Mann mit der Rückennummer 45, der einen von Henke unterlaufenen Diagonalball auf seiner linken Seite überragend annahm, das Spielgerät zum 3:0 in den rechten oberen Winkel drosch (29.) und damit den Dreierpack schnürte.

    Als dann Adem Sipic nach einem missglückten Rückpass allein auf Binder zugelaufen war und das Leder zum 4:0 in die kurze Ecke schob (34.), hatte unser Coach genug gesehen und reagierte auf die dürftige Vorstellung seiner Jungs mit einem Dreifachwechsel: Hadi Abou Raya, Johannes Patz und Lasse Homann ersetzten Henke, Phil Brand und Klöppelt (34.).

    Die Wolfenbütteler hätten vor der Pause durchaus verkürzen können, Eintracht-Keeper Marko Rajkovacic lenkte den strammen Rechtsschuss von Akram-Dine Mohamadou kurz vor dem Fünfmeterraum aber ganz stark zur Ecke (40.).

    Trotz des deutlichen Rückstands gaben sich die Hausherren im zweiten Spielabschnitt nicht auf, sowohl den Torschüssen als auch den letzten Pässen bei einigen Kontersituationen mangelte es aber an der Präzision. Das Team von Eintracht-Coach Ken Reichel erhöhte rund 20 Minuten vor dem Ende sogar noch auf 5:0, als Verteidiger Gunnar Niemann die Kugel nach einem Eckstoß abgefälscht über die Linie stocherte.

    Immer betrieben die Meesche-Jungs in der Schlussphase noch ein wenig Ergebniskosmetik: Erst versenkte Patz einen Abpraller per Linksschuss hoch im kurzen Eck (79.), dann kam Niklas Richter nach einer Flanke von rechts am Fünfmeterraum zum Kopfball, den der Eintracht-Torwart noch mit Mühe abwehrte – der Nachschuss des defensiven Mittelfeldspielers saß dann aber (87.).

    Tore: 0:1/0:2/0:3 Mazzone (22./25./29.), 0:4 Sipic (34.), 0:5 Niemann (71.), 1:5 Patz (79.), 2:5 Richter (87.).

    MTV: Binder (46. Güzel) – Henke (34. Abou Raya), Lange, Halimi, Brand (34. Patz) – Richter, Göwecke – Böder, Klöppelt (34. Homann), Joppich – Mohamadou.

    Trainerstimme Deniz Dogan: "Wir sind einigermaßen ordentlich in die Partie reingekommen, es war ein Spiel, das pari pari war. Dann haben wir uns Fehler erlaubt, sodass der Gegner stärker wurde, aber auch keine Torchance hatte. Der erste klare Fauxpas hat dann zwölf Minuten zum Vergessen eingeläutet, das war wie ein Knockout. Die Tore darfst du so nicht bekommen, weil das aus dem Spiel heraus gar nicht abzusehen war.

    Dann haben wir uns versucht zu berappeln, die zweite Halbzeit fand ich ok. Du läufst aber auch einem 0:5 hinterher, machst hinten heraus dann zumindest noch deine zwei Tore und hättest vielleicht noch das dritte oder vierte erzielen können, um dir eine bessere Ausgangslage zu verschaffen. Unter dem Strich braucht man aber nichts schönzureden. Wenn man so eine erste Halbzeit spielt, dann ist man auch zurecht da, wo man sich jetzt befindet, weil das gegen eine verunsicherte Mannschaft nicht hätte passieren dürfen. Wir haben einfach aus dem Hinspiel nicht gelernt, dass eine Mannschaft wie Eintracht uns mit langen Bällen Probleme bereiten kann. Wir hatten auf unserer rechten Seite extreme Probleme, die uns dann auch das Genick gebrochen haben.

    Die Enttäuschung ist da, ich bin jetzt gar nicht sauer auf die Jungs, das geht mir auch ganz nah, dass man das Spiel nicht anders gestalten konnte. Ich glaube, wir haben in der zweiten Halbzeit gesehen, dass wenn wir unser Spiel spielen, wir dem Gegner auch Probleme bereiten können, allerdings war das dann auch nicht mehr aussagekräftig. Von daher ärgern mich diese zwölf Minuten in der ersten Halbzeit einfach nur. Das war wie im Hinspiel: Ein Gegentor aus dem Nichts, krasse individuelle Fehler, und auch mental waren wir nicht da und hatten nicht die Spannung. Fehler kann man machen, aber von der Intensität war mir das in so einem Spiel einfach zu wenig."

    Titelbild: Blerian Halimi (in Blau, von links), Kapitän Nils Göwecke & Co. mussten sich der U23 von Eintracht Braunschweig (in Gelb, links Mason Grumbach) deutlich mit 2:5 geschlagen geben. Fotos: Daniel Strauß/MTV Wolfenbüttel