Furiose MTVer drehen nach der Pause auf

Schiedsrichter: Christoph BödekerLinienrichter: Finn zur Brügge, Leon Maximilian Hemmieoltmanns
Zuschauer: 180
Meesche-Kicker bezwingen Verden mit 6:2 und feiern den ersten Sieg nach zehn erfolglosen Partien
Spielbericht vom 8. März 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
Von Daniel Strauß
„So was hat man lange nicht gesehen, so schön! So schööön!“, skandierten unsere treuen Fans kurz nach Abpfiff. Zehn lange Spiele hatten sie auf diesen Moment warten müssen: einen Sieg ihres MTV Wolfenbüttel. Am frühen Samstagabend war es endlich soweit! Dank einer furiosen zweiten Halbzeit fegten unsere Oberliga-Fußballer den FC Verden 04 mit 6:2 (0:1) vom Platz und feiern damit den dringend benötigten Befreiungsschlag im Abstiegskampf.
Im Vergleich zum 3:3-Remis gegen den SV Atlas Delmenhorst unter der Woche hatte MTV-Trainer Deniz Dogan sein Team auf zwei Positionen verändert: Die zuletzt Gelb-gesperrten Fabian Henke und Innenverteidiger Blerian Halimi rückten für die A-Jugendlichen Jakob Merkhoffer und Maximilian Fricke in die Startelf, außerdem stellte Dogan von einem 4-2-3-1- auf ein 3-4-2-1-System um.
Die Partie auf dem B-Platz begann mit einer 13-minütigen Verspätung – auf dem Kunstrasen hatten es die Meesche-Kicker dann aber ganz eilig: Nach schönem Doppelpass zwischen Hannes Joppich und Phil Brand kam Maximilian Moslener im Strafraum recht frei zum Abschluss, der aber links am Kasten vorbei sauste (2.). In der Folge setzten die zweikampfstarken Gäste die MTV-Hintermannschaft um Torwart Ömer Güzel immer wieder mit hohem Pressing unter Druck – und gingen nach einem Fehlpass durchs Zentrum in Führung: Defensivspieler Francis Agombire packte mit links den Hammer aus und versenkte das Geschoss hoch unter der Latte zum 1:0 (17.).
Bis zur Halbzeitpause taten sich die Lessingstädter gegen die konsequent und resolut verteidigenden Mannen aus der Reiterstadt schwer, klare Einschussgelegenheiten herauszuspielen. Die beste hatte noch Moslener, und das bereits in Minute 45, als der Mann mit der Rückennummer 7 erst geblockt wurde, seinen zweiten Versuch dann mit links über die Querlatte ballerte und seinen Ärger herausschrie.
Mit Wiederbeginn passte Dogan seine Formation ein wenig an, verschob den Kapitän und zentralen Innenverteidiger Nils Göwecke von der Dreierkette ins defensive Mittelfeld, „um vorne mehr Anspielstationen zu haben und mehr Druck auf die gegnerische Abwehrkette zu bekommen“, wie der MTV-Coach nach Spielende erklärte. Der Plan ging auf – und wie! Erst knallte Brand den Ball wunderschön mit seinem schwächeren rechten Fuß oben in den Knick (1:1), dann stand Moslener nach einer Flanke am Fünfmeterraum komplett frei, setzte die Kugel rechts in die Maschen und trat vor Freude die Eckfahne um (2:1) – Spiel gedreht! Und es kam sogar noch besser: Denn nachdem Brand auf links in die Tiefe geschickt worden war, verwertete Moslener seine Hereingabe direkt und erhöhte auf 3:1 (55.).
Ein schlechtes Omen, da die in dunkelblau gekleideten Wolfenbütteler auch gegen Delmenhorst zwischenzeitlich mit 3:1 geführt hatten? Klare Antwort: Nein! Denn vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit war Akram-Dine Mohamadou nach einem langen Ball frei durch und beförderte das Spielgerät an SCV-Keeper Tim-Liam Freund vorbei in die Maschen. Zwar stand 04-Spielertrainer und -Stürmer Bastian Reiners kurz darauf am Fünfer viel zu frei verkürzte überraschend auf 2:4. Nachdem Mohamadou in der zweiten Minute der Nachspielzeit aber Verdens Schlussmann umkurvt und zum 5:2 eingeschoben hatte, waren die letzten Zweifel am erlösenden Heim-„Dreier“ beseitigt.
Die schönste Aktion der Begegnung sollte aber erst noch folgen: Denn genau nach Ablauf der fünfminütigen Nachspielzeit sah Joppich, dass der Gästetorhüter zu weit vor seinem Gehäuse stand – und überwand diesen mit einem traumhaften Heber aus rund 50 Metern – ein Treffer der Marke Tor des Jahres, das die gesamte Mannschaft mit dem Torschützen feierte. Im Anschluss bildeten die MTV-Jungs am Mittelkreis eine Jubeltraube und stimmten in toller Flutlichtstimmung „Wolfenbüttel we love you!“ an – das Lied der eigenen Anhänger, die sich über diesen lange nicht gesehenen und schönen Abend eben so richtig freuten.
Einziger Wermutstropfen war die verletzungsbedingte Auswechslung von Spielführer Göwecke, der sich nach eigener Vermutung einen Innenbandriss zugezogen hat, was ganz bitter wäre.
Tore: 0:1 Agombire (17.), 1:1 Brand (47.), 2:1, 3:1 Moslener (51., 55.), 4:1 Mohamadou (86.), 4:2 Reiners (88.), 5:2 Mohamadou (90.+2), 6:2 Joppich (90.+5).
MTV: Güzel – Lange, Göwecke (80. Bock), Halimi – Henke, Linek (77. Suckel), Richter, Brand (80. Patz) – Moslener (89. Könnecker), Joppich – Mohamadou.
Trainerstimme Deniz Dogan: „Wir haben schon in der letzten Woche einen super Fußball gespielt, auch wenn die Ergebnisse nicht gepasst haben. Das habe ich den Jungs in der Kabine auch gesagt, dass sie viel besser sind als das, was sie zeigen. Natürlich waren sie nach der Partie gegen Delmenhorst auch ein bisschen müde. Leider sind wir durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten. Das Gegentor war schon ärgerlich, weil es die Ansage gab, den Ball nicht flach herauszuspielen. Das Spiel ist dann ein bisschen gekippt. Die Verdener haben viele lange Bälle gespielt, man hat schon gemerkt, dass sie in den Zweikämpfen eine Power haben, während wir in der ersten Halbzeit nur ein bis zwei halbe Möglichkeiten hatten. Wir haben dann ein bisschen umgestellt, auch damit die beiden Zehner weiter vorne bleiben können. Das hat gut funktioniert, wir haben es super gemacht, sind diszipliniert angelaufen und waren haushoch überlegen. Der Sieg war absolut verdient, ich bin happy, dass die Jungs so viel Bock auf Fußball haben und die Chancen in Tore umgemünzt haben. Ich hoffe, es bleibt so.“
Titelbild: Hannes Joppich (vorne) besorgte beim 6:2-Heimsieg gegen Verden (in Weiß) per traumhaftem Heber den Endstand. Fotos: MTV Wolfenbüttel/Verein
















