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Von Sheriff-Mitbewohnern und Essensdieben

Teil 2: Unsere vier Groundhopping-Freunde schauen sich ein Europa-League-Quali-Spiel in Maribor an

Artikel vom 19. September 2026

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    Nach längerer Pause stellen wir euch den zweiten Teil der Groundhopping-Tour vor: Nachdem Lars Pape, Nils Schneegans, Sven Feyerabend und Kai Langer zu Beginn ihres Trips das Dreiflüssestadion in Passau gesehen haben, berichten die vier Freunde nun von ihrer Weiter-Reise nach Slowenien, wo sie sich unter anderem als Essensdiebe betätigen sollten...

    Tag 2 – 16. Juli

    Am zweiten Tag haben wir morgens noch entspannt im Hotel gefrühstückt und sind dann mit zwei Unterbrechungen die rund 400 Kilometer von Passau bis nach Maribor gefahren. Vor unserem Hotel stand ein riesiger Reisebus, da haben wir uns erst noch gedacht: Das sind bestimmt Touristen. Da das Einchecken im Anschluss aber noch ein bisschen dauerte, schaute sich Nils im Eingangsbereich ein bisschen um – und sah auf einmal den Meeting Room von Sheriff Tiraspol. Da war uns klar, dass wir mit dem kommenden Gegner des NK Aluminij in der ersten Qualifikationsrunde der Europa League im selben Hotel übernachten würden. Es dauerte dann auch nicht lange, bis uns die ersten Team-Offiziellen über den Weg liefen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, sind wir noch kurz auf die Terrasse des Restaurants gegangen und haben ein Radler, Bierchen beziehungsweise einen Cappuccino bei wirklich warmen 28 Grad getrunken.

    Danach machten wir uns in der Vierergruppe auf den Weg durch die historische Altstadt. Es war wirklich schön, die kleinen und engen Gassen ein bisschen zu erkunden. Aufgrund des langen Tages sind wir dann in einem Restaurant eingekehrt, was in einem Hinterhof gelegen war, weil wir wegen der Hitze ein bisschen frische Luft abbekommen wollten. Eine Kleinigkeit – etwas typisch Einheimisches — haben wir auch gegessen, wichtiger waren aber die Kaltgetränke, die man bei dem Wetter konsumieren musste.

    Rund eineinhalb Stunden vor dem Beginn des Spiels haben wir uns dann auf den Weg zum Stadion Ljudski vrt, zu Deutsch Volksgarten-Stadion, gemacht. Am Einlass haben wir noch versucht, die Print-at-Home- in Hardtickets umzuwandeln, weil diese aus historischen Sammlergründen immer schöner als ausgedruckte DIN-A-4-Zettel sind. Der gastgebende Verein NK Aluminij konnte uns in dieser Hinsicht aber leider nicht helfen.

    Im Stadion selbst lief dann alles entspannt ab – allerdings knallte uns die Sonne zunächst voll ins Gesicht. Vor dem Anpfiff haben wir noch mal ein bis zwei Kaltgetränke genommen und uns dann ein schattiges Plätzchen auf der Gegengeraden gesucht. Am Ende der ersten Halbzeit hat uns dann Tommy, ein weiterer Deutscher, angesprochen. Der war Fan von Dynamo Dresden, wohnt in Weil am Rhein und hatte keine EC-Karte dabei. Da aber im Stadion nur mit Karte gezahlt werden konnte, haben wir ihm gegen entsprechendes Bargeld ein paar Biere gekauft, weil er natürlich durstig war. Nach dem Spiel begleitete uns der Dynamo-Anhänger, der alleine unterwegs war und dessen Unterkunft rund 40 Minuten außerhalb von Maribor lag, noch zu unserem Hotel, wo wir ein bisschen was getrunken und ihn auf ein Bierchen eingeladen haben.

    Dann überkam uns der Hunger – umso mehr noch, als die Spieler von Sheriff nach dem 1:0-Sieg nach und nach eintrudelten und alle mit Pizzakartons in den Essensraum gingen. Und wir hatten Glück! Nachdem die Mannschaft wieder weg war, ging Lars nämlich nach draußen, um eine Zigarette zu rauchen, und sah zwei herrenlose Pizzakartons, die wir aufgemacht und jeweils eine volle Pizza darin gefunden haben. So hatten wir noch mal ein leckeres Abendessen. Da der Tag für uns bis dahin sehr lang gewesen war, sind wir gegen 0.30 Uhr dann einfach nur noch in die Betten gefallen. Sven und Kai hatten jeweils ein Einzelzimmer, während sich Lars und Nils ein Zimmer mit Einzelbetten geteilt haben, wobei Letzterer immer aufpassen musste, sich nicht zu schnell zu drehen und aus dem Bett zu purzeln. Es ging aber zum Glück alles gut.

    Spannend ist übrigens noch zu erwähnen, dass Nils ein Fuchs war und mit den Verantwortlichen von der Heimmannschaft bezüglich der Ticket-Organisation Kontakt aufgenommen hatte. Nach zwei bis drei kurzen und netten E-Mails wurden ihm dann vier Freikarten für das besagte Spiel in Maribor zur Verfügung gestellt.

    Ebenfalls spannend war, dass Kai im Stadion ein Selfie vor der Leinwand mit dem Ergebnis machen wollte. Plötzlich lief ihm ein ein junges und gut aussehendes Mädchen durchs Bild und lächelte da einfach komplett rein, was sehr, sehr witzig war.

    Im dritten Teil der Tour geht es dann weiter ins Nachbarland Österreich, wo die Vier nach einem Testspiel zwei ehemalige Bundesliga-Profis treffen werden. Seid gespannt...

    Titelbild: Im schmucken Stadion Ljudski vrt verfolgten die vier Groundhopper das Euro-League-Quali-Spiel zwischen dem NK Aluminij und Sheriff Tiraspol. Alle Fotos: Privat