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„Vorfreude ist da, dass es endlich wieder losgeht"

Coach Deniz Dogan spricht vor dem Ligastart über die Zugänge, die Saisonziele – und die Vorbereitung

Artikel vom 6. August 2026

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    Der Pflichtspielauftakt ist geglückt, durch den 6:0-Sieg bei der SVG Oberharz am vergangenen Sonntag zogen unsere Fußballer vom MTV Wolfenbüttel in die zweite Bezirkspokalrunde ein. Nun steht auch in der Landesliga der 1. Spieltag an. Im Gespräch mit unserem Pressebeauftragten Daniel Strauß äußert sich Trainer Deniz Dogan zu den Neuzugängen, den Saisonzielen – und zieht ein Fazit der Vorbereitung.

    Deniz, wie groß ist die Vorfreude auf den Saisonstart?

    Wir haben gut darauf hingearbeitet. Die Vorfreude ist schon da, dass es endlich wieder los geht und um Punkte geht.

    Leider wurde der A-Platz gleich zweimal durch die Stadt gesperrt. Wie zufrieden bist du dennoch mit der Vorbereitung?

    Die Bedingungen waren nicht so optimal, aber wir wollen auch nicht meckern, das finde ich wichtig, dass man nicht von vornherein Ausreden sucht. Wir haben ja trotzdem trainieren können und an unseren Sachen gearbeitet. Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn wir optimale Bedingungen gehabt hätten, aber mit Adersheim hatten wir immer eine gute Lösung. Von daher haben wir es kompensieren können, die Sperrung des Platzes sollte nicht so viel Auswirkung auf die Vorbereitung gehabt haben.

    Außerdem mussten wir viele neue Spieler integrieren, was halt ein bisschen dauert und seine Zeit braucht. Man sieht es im Training und hat es auch in den Testspielen gesehen. Oft haben wir es trotzdem sehr gut gemacht, es waren aber auch Momente da, in denen wir es hätten besser machen müssen, beziehungsweise wo wir gesehen haben, woran wir noch arbeiten wollen und müssen, das ist auch ganz klar.

    Du hast es schon angesprochen: In diesem Sommer gab es mal wieder einen größeren Umbruch. Erfahrene Defensivspieler wie Kapitän Nils Göwecke, Steffen Suckel und Johannes Patz sind nicht mehr da, und auch in der Offensive haben uns mit Hannes Joppich und „Akki“ Mohamadou zwei Top-Kräfte verlassen. Dafür sind gleich zehn neue Jungs, unter anderem fünf ehemalige A-Jugendliche, mit dabei. Wie gut sind die Neuzugänge schon integriert, und wie lange wird der Umbruch deiner Meinung nach dauern?

    Das kann man nicht sagen, wie viel Zeit das braucht. Normalerweise ist es im Fußball so, dass es relativ schnell geht, aber bis es so richtig gefestigt ist, auch in der Tiefe, dauert das schon ein bisschen. Es kann auch bis zu einem halben Jahr dauern, bis die Jungs das Spielsystem, was sie vorher nicht kannten, perfektioniert haben. Ich hoffe natürlich, dass es wesentlich schneller geht. Trotzdem machen wir es ja auch ordentlich. Dass wir jede Woche daran arbeiten müssen, das sehen wir auch, das nehmen wir halt in Kauf, weil wir die Jungs auch individuell weiterbringen wollen. Es ist natürlich nicht einfach, elf Leute zu ersetzen, gerade auch mit so viel Erfahrung wie Nils, Steffen oder Jojo, die auch wirklich Säulen der Mannschaft waren. Wir haben eine extrem junge Mannschaft, müssen die formen und den Jungs auch den Raum und die Zeit geben, damit sie in dem, was wir spielen, aufgehen. Ich glaube, dass das auch klappen wird. Man muss aber die Erwartungen so anpassen, dass man das auch berücksichtigt.

    Am 31. August schließt das Sommertransferfenster. Sollen bis dahin noch weitere Neuzugänge kommen?

    Wir halten Augen und Ohren offen. Wenn irgendetwas Sinn ergibt und machbar ist, dann würden wir es machen, es ist aber so, dass wir auch schon ein gutes Gerüst haben. Klar haben wir momentan angeschlagene Spieler, was uns schon wehtut, aber es sind zum Glück keine schweren Verletzungen dabei, sondern nur kleine Wehwehchen.

    Welchen Fußball möchtest du zukünftig von deiner Elf sehen?

    Ich will schon sehen, dass wir die aktivere Mannschaft, intensiv, geduldig und konzentriert sind, das heißt, dass wir schon eine Dominanz auf dem Platz haben, aber eine effektive Dominanz. Wir wollen nicht einfach Schönspielen, sondern das, was wir machen, dafür nutzen, um Tore zu schießen, unser eigenes Tor zu verteidigen und Spiele zu gewinnen.

    Kurz, nachdem der Abstieg aus der Oberliga feststand, hast du den direkten Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben. Hältst du Stand jetzt daran fest?

    Wir würden natürlich schon gerne aufsteigen. Ob es jetzt sofort klappt, muss man schauen. Ich habe ja gerade gesagt, dass man erst die Leute integrieren muss und die in ihre Rolle hereinwachsen müssen. Ich glaube nicht, dass du einfach so einen Steffen Suckel, „Jojo“ Patz oder Nils Göwecke ersetzen kannst, genauso Hannes Joppich oder „Akki“. Wir haben nicht von vornherein dieselbe Qualität dazubekommen, das muss man ganz klar sagen, von daher ist das eine ganz andere Ausgangslage. Wir wollen die Jungs dahin formen, das braucht aber seine Zeit. Wenn wir es nach einem Jahr hinkriegen, fände ich das super, vielleicht dauert es aber auch länger. Ich glaube, wir sollten da realistischer sein und erst mal gucken, wie wir in die Saison reinstarten. Nach zehn Spieltagen können wir dann ein Fazit ziehen und vielleicht neue Ziele ausgeben.

    Zum Landesliga-Auftakt geht es am Samstagabend um 17 Uhr zu Hause gegen den VfB Fallersleben, den Ex-Verein von unserem neuen Koordinator Herren und Leistungsblock, Tom Daedelow. Wie erwartest du den Gegner, und was willst du von deinen Jungs in diesem Spiel sehen?

    Ich glaube schon, dass jede Mannschaft gegen uns immer ein bisschen mehr Prozente herausholt, weil wir der Absteiger aus der Oberliga sind, mit starken 38 Punkten abgestiegen sind und eine gute Rückrunde gespielt haben. Die Erwartung von den anderen Mannschaften ist schon so, dass die uns in der Favoritenrolle sehen, und dementsprechend werden die auch auftreten, nach dem Motto: Wir können ja gegen den MTV kaum verlieren. Wir müssen natürlich gucken, dass wir wach sind, 100 Prozent auf dem Platz geben, nie nachlassen und immer auf Sieg spielen, dafür brauchst du auch die Intensität und die Power. Ich glaube schon, dass Fallersleben versuchen wird, über eine konzentrierte defensive Leistung und ein gutes Umschaltspiel, bei dem der Gegner echt gefährlich sind, uns wehzutun.

    Personal: Fabian Henke (Achillessehnenprobleme), Torwart Eike Binder (Knorpelschaden) sowie die beiden langzeitverletzten Konrad und Ludwig Vollbrecht werden den Liga-Auftakt definitiv verpassen. Gleiches gilt für Neu-Kapitän Felix Lange (Knie) und Jonas Klöppelt (Leistenprobleme), die in dieser Woche aber schon wieder individuell trainiert haben. André Linek, der im Pokalspiel aufgrund von Knöchelproblemen fehlte, steht dagegen wieder zur Verfügung.

    Titelbild: Trainer Deniz Dogan (Mitte), hier nach dem Pokalspiel bei der SVG Oberharz, fiebert dem Ligastart entgegen. Foto: Daniel Strauß/MTV Wolfenbüttel