„Hat sich geil angefühlt“: Güven feiert Comeback

Nach langer Verletzungspause hütet der 26-Jährige im Test gegen Vorsfelde in Halbzeit 1 das MTV-Tor
Artikel vom 11. Juli 2026
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Von Daniel Strauß
Eigentlich hätte er sein Comeback sogar schon am 1. Juli feiern können. Aufgrund einer Vorsichtsmaßnahme pausierte Direnc Güven im ersten Vorbereitungs-Testspiel unseres MTV Wolfenbüttel aber noch und schaute sich die 0:6-Niederlage beim VfV Borussia 06 Hildesheim lediglich von der Seitenlinie aus an. Umso größer war dann die Freude bei unserem Torwart, als er beim zurückliegenden 2:0 (2:0)-Sieg gegen den SSV Vorsfelde in Halbzeit 1 erstmals wieder zwischen die Pfosten zurückkehrte und seinen Kasten auch noch sauber hielt.
„Es hat einfach Spaß gemacht und sich geil angefühlt, nach vier Monaten wieder auf dem Platz zu stehen, nicht mehr zugucken zu müssen und dann auch noch die Null zu halten“, sagt „Diro“.
Im Oberliga-Heimspiel gegen den 1. FC Germania Egestorf/Langreder (0:4) zum Jahresauftakt Mitte Februar hatte der 1,88 Meter große Schlussmann noch das Wolfenbütteler Tor gehütet, ehe er sich im Training vier Tage später dann leider schwer verletzte. „Ich mache einen Schritt nach vorne und höre es laut knacken“, erinnert sich der 26-Jährige an die folgenschwere Szene. Am darauffolgenden Tag unterzog sich der Braunschweiger einer MRT-Untersuchung und ging eigentlich davon aus, dass es sich nur um einen Faserriss handelte.
Letztlich erhielt das frühere Torwarttalent des VfL Wolfsburg und von Eintracht Braunschweig dann aber die bittere Diagnose „Muskelbündelriss in der linken Wade. Dann hieß es erst mal Bein hochlegen und kühlen aufgrund der starken Schwellung, die entstanden ist“, erinnert sich der erfahrene Keeper, der in der ersten Zeit auch nur mit Krücken gehen konnte. Es folgten einige Physiotherapie-Behandlungen, außerdem fing der ehemalige U19-Torhüter des FC Erzgebirge Aue an, durch entsprechende Fitnessübungen sein Bein zu stärken, bis er wieder laufen konnte. Rechtzeitig zum Start der Vorbereitung stieg der Deutsch-Türke dann wieder voll ins Training ein.
Gegen Vorsfelde präsentierte sich der Führungsspieler, der auf seinem linken Arm den von Joaquin Phoenix gespielten „Joker“ aus seinem gleichnamigen Lieblingsfilm tätowiert hat, gleich mal wieder so, wie man ihn kennt: Mit lautstarken Kommentaren, etwa in Richtung des ehemaligen A-Jugendlichen und Rechtsverteidigers Jakob Merkhoffer, den er mehrfach lobte. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich auf dem Platz laut bin“, erklärt Diro. „Ich versuche einfach von hinten zu organisieren und motivieren, da wird’s halt manchmal laut. Aber die Jungs wissen, wie ich bin, nehmen das gut auf und hören auf das, was gesagt wird. Und andersrum natürlich auch, wir helfen uns untereinander.“
Bei aller Freude über die gelungene Rückkehr auf den Rasen „muss ich aber noch vorsichtig sein“, gibt der Mann auf der Linie zu bedenken. „Es war auch abgesprochen, dass ich nur eine Halbzeit spiele, weil meine Muskulatur in der Wade verklebt ist, ich also noch einen weiten Weg vor mir habe, bis ich bei 100 Prozent bin“ – der Anfang ist jedoch gemacht.
Titelbild: Direnc Güven (hier beim gestrigen Training in Adersheim) steht unserem MTV wieder zur Verfügung. Auf seinen linken Arm hat der Torwart den berühmten Joker tätowieren lassen (letztes Bild unten). Fotos: Daniel Strauß/MTV Wolfenbüttel



