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Ärgerlich! A-Junioren verlieren Aufstiegshinspiel

Die Pfitzner-Jungs müssen sich dem HSC Hannover in einer wilden Partie mit 3:5 geschlagen geben

Artikel vom 14. Juni 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    Von Daniel Strauß

    Sie haben den großen Traum, als erste U19 in der Vereinsgeschichte in die Regionalliga aufzusteigen. Dieser Traum hat nun aber leider einen Dämpfer erhalten: Denn unsere Niedersachsenliga-A-Junioren vom MTV Wolfenbüttel verloren das Hinspiel in der Meisterrunde gegen den HSC Hannover am Samstagnachmittag mit 3:5 (0:1).

    Mindestens genauso verrückt wie die Partie in Hälfte 2 waren die äußeren Bedingungen: So hatten die 22 Akteure auf dem Meesche-B-Platz zu Beginn mit Starkregen und später mit dem heftigen Wind zu kämpfen. Neben immer wieder aufkommenden leichten Schauern schien aber auch über längere Zeit die Sonne – echtes Aprilwetter im Juni also.

    Die Elf von Trainer Anthony Pfitzner hatte in der ersten Halbzeit immer wieder Probleme, sich gegen den mit ehemaligen Jugendspielern von Hannover 96 gespickten Meister der Hauptrunden-Staffel 2 hinten raus zu kombinieren. Innenverteidiger Julian Paul versuchte es des Öfteren mit Halbflugbällen auf Stürmer Maximilian Fricke, die aber selten ihr Ziel fanden.

    Die Landeshauptstädter pressten situativ immer wieder hoch – und hätten definitiv in Führung gehen können, in Minute 21 sogar müssen, als Angreifer Ant Yel nach einem vorausgegangenen Doppelpass durchgebrochen war – der auch ansonsten aufmerksame Torwart Mika Twardoch wehrte seinen Abschluss aber ganz stark ab.

    Statt 1:0 für die Gäste hieß es nach einer halben Stunde dann plötzlich 1:0 für den MTV: Nachdem ein Gegenspieler entscheidend weggerutscht war, spielte Luca Putaro Piet Küster wunderbar auf der rechten Seite frei. Alleine vor HSC-Keeper Nicolas Pochmann legte der Zehner dann auf den durchgelaufenen Linksaußen quer, der die Kugel nur noch ins leere Tor schieben musste (30.).

    Während hinten Innenverteidiger Robin Erdmann gegen Hannovers Spielmacher Tyrice Linne stark blockte und sich dafür feierte (38.), kamen die Hausherren ihrerseits noch zu einer weiteren vielversprechenden Möglichkeit, als Abwehrspieler Christian Ihl bei einem weiten Schlag viel zu lange zögerte und das Spielgerät aufspringen ließ, sodass der pfeilschnelle Außen James Damas James dazwischen spritzte und nach einem Kontakt mit dem gegnerischen Schlussmann im Strafraum zu Fall kam – der Schiedsrichter bewertete die knifflige Situation jedoch nicht mit einem Foulspiel und dem dann fälligen Elfmeter.

    Mit Wiederbeginn musste der MTV-Coach leider verletzungsbedingt wechseln. Für Torschütze Putaro, der aufgrund eines dicken Knöchels nach dem Spiel gestützt werden musste und sich eventuell einen Innen- oder Außenbandriss zugezogen hat, wurde Samba Ndure eingewechselt. Brandgefährlich wurde es direkt auf der Gegenseite, Kapitän Jakob Merkhoffer rettete aber gegen den eingewechselten Moses Kakiga in höchster Not zur Ecke (46.). Diese sollte für die Dunkelblauen allerdings Folgen haben: Den ersten Versuch parierte Twardoch zwar noch, der Nachschuss von Mamadou Kodio saß dann aber (47.).

    Sechs Minuten später gelang der Truppe von Coach Ali Saghaei dann der Doppelschlag – und das wieder nach einer Ecke, die vom langen Pfosten wieder zurückgeköpft wurde, sodass Finn Straube ins kurze Eck einnicken konnte. Die Pfitzner-Jungs ließen sich davon aber nicht beirren: Der trickreiche Damas James holte links im Sechzehner gegen Armend-Gjafer Zahaj einen Strafstoß heraus. Küster schritt zum Punkt, scheiterte mit seinem Rechtsschuss zwar an Pochmann, den Abpraller verwandelte der Vorlagengeber zum 1:0 dann aber (58.).

    Zwei Zeigerumdrehungen später wurde es dann richtig wild: Nach einem Schuss von Felix Krebs forderten die Meesche-Kicker vergeblich erneut Elfmeter, und auch, nachdem direkt danach Paul im Zweikampf mit Kodio zu Fall gekommen war, blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm. Statt also die erneute Chance auf die Führung zu bekommen, gelang den in grünen Trikots auflaufenden Gästen das 3:2: Nach einer tollen Einzelaktion fand der quirlige Dalviyo Joaquim Yel, der den Ball ins kurze Eck schob (63.).

    Nachdem Ndure in der nun emotionaleren und hitzigeren Partie das Gehäuse freistehend verfehlt hatte (65.), schaffte der für Fricke gekommene Ben Witter per Flachschuss mithilfe des rechten Pfostens den erneuten Ausgleich (73.). Auch diese Freude war leider nur von kurzer Dauer, denn der Tabellenerste der Parallelstaffel sollte noch zwei weitere Treffer erzielen – und beide Male war Kakiga beteiligt. Erst trudelte ein Abschluss des Linksaußen zum 4:3 ins lange Eck (75.), dann setzte er sich gegen Merkhoffer durch, woraufhin Yel den Querpass über die Linie beförderte (79.).

    Witter hätte mit der letzten Aktion der Begegnung beinahe noch verkürzt, der HSC-Torhüter war nach einer Ecke aber hellwach und lenkte das Leder über die Latte (90.+5). Zu allem Überfluss musste kurz zuvor auch noch Merkhoffer angeschlagen vom Feld – sein Coach hofft aber, dass der Rechtsverteidiger pünktlich zum Rückspiel am kommenden Samstag (15 Uhr) fit wird.

    Tore: 1:0 Putaro (30.), 1:1 Kodio (47.), 1:2 Straube (53.), 2:2 Küster (58./Foulelfmeter-Nachschuss), 2:3 Yel (63.), 3:3 Witter (73.), 3:4 Kakiga (75.) 3:5 Yel (79.).

    MTV: Twardoch – Merkhoffer (88. Gehring), Erdmann (83. Fricke), Paul, Chabowski – Gambke, Krebs – Damas James, Küster, Putaro (46. Ndure) – Fricke (69. Witter).

    Trainerstimme Anthony Pfitzner: „In den ersten 20 Minuten sind wir gar nicht ins Spiel gekommen. Da hat man gesehen, dass die Jungs einfach Angst hatten, Fehler zu machen. Nach dem Tor haben wir es meiner Meinung nach gut gemacht und auch verdient 1:0 geführt. Aber wenn man in so einem Spiel solche Gegentore kriegt, dann ist das zu wenig: Zweimal gefühlt nach derselben Ecke, und beim dritten Gegentor verteidigen wir im Zentrum den langen Ball nicht. Zum Schluss haben wir noch mal zwei, drei Standards gehabt, davon muss einer rein, dann steht es 4:5. Jetzt müssen wir natürlich die Woche noch mal gut arbeiten und hoffen, dass wir im Rückspiel zwei Tore aufholen. Das wird nicht einfach, Respekt aber vor dem, was wir erreicht haben. Klar, wenn man das Spiel hier verliert, tut es weh, aber trotzdem sind wir Zweiter, je nachdem sogar Erster.“

    Titelbild: Luca Putaro (links, hier im Zweikampf mit HSC-Kapitän Aaron Tesfay) brachte die MTV-A-Junioren mit 1:0 in Führung. Foto: Daniel Strauß/MTV Wolfenbüttel