Stolzer Meister: „Zweite“ bleibt Bezirksligist

Joscha Plünnecke und Tim Knobloch sprechen über ihre Enttäuschung, finden aber auch lobende Worte
Artikel vom 8. Juni 2026
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Von Daniel Strauß
Nun hat also auch sie traurige Gewissheit. Da unsere Erste Herren vom MTV Wolfenbüttel aus der Oberliga absteigen muss, darf auch die zweite Mannschaft nicht in die Landesliga aufsteigen.
„Am Ende ist es schon ziemlich bitter und tut natürlich weh, weil du die beste Serie spielst, die je eine Zweite beim MTV gespielt hat. Du wirst klar Meister in der Bezirksliga, und am Ende reicht es trotzdem nicht für den Aufstieg“, bedauert Joscha Plünnecke.
Für ihn persönlich sei es nicht so hart, weil er 2018 als Aktiver mit den Meesche-Kickern den Aufstieg in die Oberliga bejubeln durfte. Speziell leid tue es dem Interimstrainer aber für die ambitionierten A-Jugendlichen, „die letztes Jahr hochgekommen sind“, und für Jungs wie Kapitän Tim Knobloch, Steffen Bischoff, Philip Thiele und Manuel Straube, also für die Spieler, „die schon so lange dabei sind in der Zweiten, das Ganze irgendwo auch mit aufgebaut haben, diese Mannschaft über ein paar Jahre hinweg getragen und diese stetige Entwicklung auch mitgemacht haben – und die vielleicht schon ein gewisses Alter haben, in dem man jetzt nicht weiß, ob man es noch mal schafft, sich sportlich für die Landesliga zu qualifizieren.“
Der Kapitän und Rechtsverteidiger pflichtet seinem Coach bei: „Rückblickend lief der Spätherbst bei der Ersten einfach zu schlecht. Wir freuen uns aber natürlich über die Meisterschale. Die Partys nach den Spielen gegen Oker und Salder waren überragend, wir können stolz auf diese Saison sein und haben uns absolut nichts vorzuwerfen“, sagt Knobloch.
Plünnecke erklärt, dass ein möglicher Nichtaufstieg „bei uns nie so richtig Thema war, und wir das auch nicht an uns ranlassen wollten. Wir haben damit gerechnet, dass es die Erste in der Rückrunde schon schaukeln und nicht absteigen wird.“ Erst nach der ernüchternden 2:5-Pleite gegen Eintracht Braunschweigs U23 am vorletzten Spieltag, wodurch die Elf von Trainer Deniz Dogan in die Rote Zone abrutschte, „hast du gemerkt, dass viele unserer Spieler geknickt waren und es sie dolle getroffen hat“.
Die Stimmung bei den „kleinen“ Meesche-Kickern, die nach dem Auswärtsspiel beim Vizemeister TSG Bad Harzburg (1:2) vor einer Woche die Meisterschale erhalten hatten, sei trotzdem immer noch gut. So saßen der Trainer und seine Mannen auch nach der letzten Saisonpartie beim FC Ilsetal (3:2) „noch lange nach dem Spiel zusammen, was die Truppe echt zusammengeschweißt hat, das macht richtig Spaß“, betont der Mann an der Seitenlinie. Zwar fieberten er und seine Schützlinge im letzten Spiel der Aufstiegsrunde mit dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder mit, „wir haben uns aber ehrlich gesagt nicht mehr viel ausgerechnet, sondern eigentlich schon damit gerechnet, dass das nichts mehr wird“, gibt der 35-Jährige zu.
Plünnecke, der ab der kommenden Spielzeit Co-Trainer von Neu-Coach Massimo Soranno sein wird, richtet den Blick aber bereits nach vorne und gibt sich optimistisch: „In der neuen Saison werden wir auch wieder oben mitspielen und müssen den Aufstieg eben dann schaffen“ – vorausgesetzt natürlich, dass auch die „Erste“ direkt in die Oberliga zurückkehrt.
Doch jetzt freut sich der Meister der Bezirksliga-Staffel 3 erst einmal auf die Mannschaftsfahrt nach Mallorca sowie die am darauffolgenden Wochenende steigende Abschlussfeier...
Titelbild: Joscha Plünnecke (schwarzes Shirt) und der MTV II bekamen in Bad Harzburg die Meisterschale, der Aufstieg bleibt ihnen aber leider verwehrt. Foto: MTV Wolfenbüttel/Verein
